Handegg-Chönzetennlen
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Alp Kataster Nr:
782-14+15
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mutiert: 03.08.2017 11:00:29
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Sennten
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Titelbild
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Wegsignalisation Chünzetennlen
Copyright / Datum: Beat Straubhaar / 2006
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Gemeinde / Amtsbezirk
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Guttannen / Oberhasli (BE)
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Rechtsform / Eigentümer
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Breitwald, Stein und Aerlen gehören der Bäuertgemeinde Guttannen, welche die Alp auch bewirtschaftet; Kontaktperson ist der Bäuertobmann, vgl. hinten; Ober-Läger und Sulz-Gerstenegg sind im Eigentum der Kraftwerke Oberhasli AG, Grimselstrasse, 3862 Innertkirchen (Kontaktperson: Herr Theo Hofmann oder Frau Lotti Brügger), von der sie die Bäuertgemeinde Guttannen zur Bewirtschaftung gepachtet hat.
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Info zur Alp
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Heinz jun. Schläppi-Nägeli Steinen 3864 Guttannen Tel: 033 973 12 28
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Landeskarten
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1:50000
SUSTENPASS
255
zu bestellen im toposhop
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Referenzpunkt
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Handegg
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Koordinaten
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666450/162700
E 8.306077 - N 46.612249
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Höhe ü. M.
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1378 m
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Lage der Alp
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Handegg: Ausgedehntes Alpgebiet im mittleren Talabschnitt hinter Guttannen auf 1220 - 2100 m. Gutgelegener Stafel in Breitwald mit strengen, steinigen Tagweidegebieten in Stein und Hangholz, welch letzteres nicht mehr genutzt wird. Oberläger (Handegg) im Talboden ebenfalls sehr weidgängig, hangwärts zusehends steiler, steinig und felsig. Aelplers-Sulz direkt unterhalb der Räterichsbodenstaumauer eher felsig, zum Teil auch weidgängig mit ordentlicher Flora; in der Ausweide viel Alpenrosen, Heidekraut und Erlen. Galtviehstafel Aerlen ist ein separates Tal, hochgelegen und ausgesprochen lawinengefährdet, mit Geröll und Schutt auf grossen Flächen überdeckt. Küenzentennlen-Handeggli: Vom Grimselsee talauswärts auf der rechten Talseite auf 1380 - 2000 m gelegenes Alpgebiet. Einzig Hälmad, unterhalb Räterichsboden, überdeckt die Talsohle. Ganzes Einzugsgebiet sehr stark mit Felsblöcken, Steinen, teilweise mit Geröll durchsetzt. Handeggli und Hälmad relativ weidgängig; Küenzentennlen und "hinter dem Stock" zum Teil felsig mit Lawinenmaterial und lichten Waldbeständen durchsetzt. Stäfelti unterhalb des Grimselsees ebenfalls felsig, unweit der Strasse gelegen (nur Galtviehstafel).
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Wege zur Alp
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Handegg liegt mit seinen drei Hauptstafeln an der Grimselpassstrasse, mit PW und Postauto einfach zu erreichen; oder zu Fuss ab irgendeiner Station auf der alten Grimselpassroute, die als Wanderweg, Pilgerweg und historischer Verkehrsweg ausgeschildert ist; die Nebenstafel in den Seitentälern und Flanken sind nur zu Fuss zu erreichen (Wanderbuch 3096, Route 39; 3100, Route 13; 3101, Route 6).
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Touristische Informationen
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Auf dem namengebenden Hauptstafel - neben den neueren und sehr technischen Einrichtungen der KWO - das seit Jahrhunderten bei allen Reisenden in vortrefflichem Ruf stehende Hotel Handegg, alte Säumerherberge und Sust auf der Grimsel(-Gries)-Route. Handegg kann Ausgangspunkt sein für in diesem Gelände immer anspruchsvolle Touren über den Galtviehstafel Aerlen (1780 m, mit Werkstandseilbahn von Handegg bis auf 1680 m), auf Bergwanderwegen zu Gruebensee (2334 m), -gletscher und -hütte des AAC Basel (2512 m), mitten in diesem schauerlichen, grandiosen, kantigen, weitläufigen und abgelegenen Zentralmassiv; oder vom Stafel Älplersulz (1604 m) ebenfalls auf einem Bergwanderweg zur Bächlitalhütte des SAC (2328 m; Wanderbuch 3096, Routenvarianten 39; 3100, Route 13; 3101, Route 6). Visavis führt die heute öffentliche Gelmerbahn der KWO, die steilste Standseilbahn Europas, zum gleichnamigen See (nur für Schwindelfreie!). Die Verbindung stellt neuerdings eine Hängebrücke über die Aare her. Gruppenunterkunft im DG des Schattstalles auf Ober-Läger mit guten Sanitäreinrichtungen im hinteren Teil des Stalles.
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Infrastruktur
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Alle drei Hauptstafel sind mit der Grimselstrasse bestens erschlossen. Nach Aerlen führt eine Bauseilbahn der KWO. Zur Energieversorgung ist Handegg ans interne Netz der KWO angeschlossen; die Aussenstafel melken mit Dieselaggregaten. Wasser in allen vier Stafeln genügend bis gut,in Handeggli und Hellmaad installiert durch die KWO.
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Stafel
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Handegg bildet das fürs Melken mehrstaflige, fürs Käsen einstaflige Senntum 2201/S 2224 (Bärfallen, Tschingelmad, Stäibenden, Breitwald, Handegg/Hellmad, Künzentännlen, Gerstenegg; zweimal in dieser Reihenfolge!); zudem Galtviehparallelstafel: Handeggli-Künzentännlen-Hinderen Stock und Hählmaad; (wo gehören Allmendweiden, Tschingelmaad, Rotlaui genau hin resp. dazu ?? zu Aegerstein oder sonst zu wem ??).
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Bestossung
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Handegg/Chönzetennlen
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22 Stösse
in 115 Tagen
(Anfang Juni
bis Ende September)
Alpzeit (gesamte, total): 115
Normalstösse: 25
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Weideflächen
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300 ha
Weideland,
40 ha
Waldweide,
Total
340 ha
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Besonderes zur Alp
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Bärfallen ist Teil der Alp 782-13 und muss wohl als Vorweide eingestuft werden. Dort, auf dem Ober-Läger (nur Weidstube) und auf Hellmad sind nur Schattställe. Auf Breitwald und Chönzetennlen sind voll ausgerüstete Alphütten, wenn auch die Käsereieinrichtung nicht mehr benutzt wird; Tschingelmaad, Leid Wärchteg und Sulz-Gerstenegg werden mit Melkstand gemolken. Die Stafel werden in folgender Reihenfolge bestossen: Bärfallen (10d), Tschingelmaad (15d), Stäibenden (10d), Breitwald (8d), Hellmad (20d), Handegg (7d), Künzentennlen (8d), (Gerstenegg, 11d, 2006 wegen Schnee nicht), Bärfallen (7d), Tschingelmaad (10d), Leid Wärchteg (?d), Breitwald (7d), Hellmad (5d), total eben ungefähr 105 - 115 d (Tage).
Historisch als Station auf der Grimselroute viele Male von Künstlern und Reisenden in Wort und Bild festgehalten (vgl. oben Wege zur Alp). Vgl. auch Führer des Milchwirtschaftlichen Museums Kiesen zur Ausstellung "Auf den Spuren des Käses nach dem Süden. Vom frühen Sbrinz-Export über die Alpenpässe Grimsel und Gries" von Quirinus Reichen Milchw. Museum Kiesen, 1988.
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