» Suche «
 
 
ÄlplerInnen pflegen eine Sprache, die bei Alpneulingen und Aussenstehenden bloss Stirnrunzeln und Verstondigungsprobleme hervorrufen. Zum professionellen Mitreden lohnt es sich deshalb, das Glossar in- und auswendig zu lernen, bevor man in die Website eintaucht.
 
Begriff Ausgedeutscht
 
Abendmilchlagerung Die abends gemolkene Milch muss bis zur Verarbeitung auf Käse am Morgen gelagert werden. Von der Art der Lagerung hangen die Möglichkeiten der Einstellung des Fettgehaltes für den Alpkäse ab.
Abwurf Eine steinerne Fortsetzung des Satteldaches in den Berg (selten auch aus Holzstämmen), damit Lawinen über das Dach hinweg geleitet werden; eine Art Lawinenschutzkegel. Weitere Möglichkeiten sind Schutzwall resp. Betonschutzmauer (welche das Dach überragt oder überdeckt) evtl. mit der Bodenplatte fest verbunden.
Adelgras ist der Alpenwegerich, Plantago alpina; "Romeye, Muttern und Adelgras, Das Beste was, wo ds Chueli fras!" nach F. G. Stebler (vgl. Literatur)
Alpbetrieb Bezeichnung der Alp zur Abgrenzung von den Alpen als Gebirge oder andere Bezeichnung für „Senntum“ zur Abgrenzung von der Alp als Organisation.
Alphütte oder Sennhütte: das Gebäude auf einer Alp oder einem Stafel, das den Wohnteil und die Käserei enthält; entweder separat oder mit integriertem Stallteil.
Alpkäsemeisterschaft Jährlich findet durch die CasAlp ein Wettbewerb statt, an dem sich die Mitglieder der CasAlp messen können(Berner Alpkäsemeisterschaft = BAKM). Eine Experten-Jury rangiert die Alpkäse und verteilt die Prämien. Die aufgeschnittenen Käse werden ausgestellt, damit sich interessierte Personen ein Bild über die eigenen im Vergleich mit andern Alpkäsen machen können.
Alpkataster Nr z.B. 843 (=offizielle Nummer der Gemeinde "Saanen" des Bundesamtes für Statistik)-152 (=fortlaufende Nummer im Alpkataster dieser Gemeinde für die Alp "Stalden") oder: 842-27 = Alp "Stierendungel" in der Gemeinde "Lauenen".
Alptypen Jede Alp hat ein Schwergewicht ihrer Produktion. Die meisten im BO sind Grossviehalpen; diese teilen sich auf in Kuhalpen, mit (Käsealpen) oder ohne Käseherstellung, sowie Jungvieh- oder Galtviehalpen. Daneben gibt es Kräuteralpen, Schmalviehalpen (Ziegen- und Schafalpen), Mutterkuhalpen und vieles mehr, sowie alle Mischformen.
Alpzeit (gesamte, total) Die Summe der Zeit, während der die Alp auf den verschiedenen Stafeln bestossen ist/wird; setzt sich zusammen aus den Zeiten auf den einzelnen Stafeln.
AOP Produkte mit einer AOP (Appellation d'Origine Protégée) oder IGP (Indication Géographique Protégée) sind traditionelle Spezialitäten, die eine starke Verbindung zu ihrer Ursprungsregion haben. Sie werden seit Generationen mit viel Herzblut von Käsern, Bäckern, Metzgern und Destillateuren hergestellt. Bei Produkten mit einer AOP kommt vom Rohstoff zur Verarbeitung bis zum Endprodukt alles aus einer klar definierten Ursprungsregion. Spezialitäten mit einer IGP werden im Herkunftsort entweder erzeugt, verarbeitet oder veredelt. (siehe www.aoc-igp.ch)
Auftriebsstafel Ist der erste Stafel, der im Frühsommer bestossen wird, also meist der tiefstgelegene, der am frühesten Gras trägt.
Ausweide Die vom Stafel weiter abgelegenen Weideteile, vor allem bei Hart- und Borstgrasbeständen erwähnt.
BAKM Berner --> Alpkäsemeisterschaft
Bakterienkultur Damit der Käse reifen kann, müssen in ihm bestimmte gutartige Bakterien vorhanden sein. Diese werden heute in ganz bestimmter Form herangezüchtet und der Kessimilch zugesetzt. Die Zubereitung verlangt Sorgfalt und Gefühl.
Balkenschiene --> Schiene
basten Saumtiere werden gebastet; d.h. man legt ihnen einen Bastsattel auf, auf dem Waren für den Transport auf Saumwegen festgemacht werden können; eine Bastlast wiegt etwa 120 - 140 kg und wird möglichst gleichmässig auf die beiden Seiten des Bastsattels verteilt.
Bauer, das Dialekt: Buur oder Bürli: ein Gelass oder Gaden, ein Raum neben dem Feuerhaus als Käselager.
Bäuert alte politische und gesellschaftliche Untereinheit von Gemeinden des Berner Oberlandes, mit früher sehr wichtigen, heute immer weniger Funktionen.
Bauinschrift Inschrift irgendwo am Bau ...
Bautypen Holzbauten: Rundholzblock(bau) - Fleckenblock(bau), Ständerbau, Riegbau (verschalt usw.), Holzmischbau; Massivbauten: Trockenmauerwerk, Bruchsteinmauerwerk, Hausteinmauserwerk, Betonbau, Massivmischbau; Mischbauten Holz und massiv.
Besatz Die Besetzung einer Alp mit Tieren der verschiedenen Kategorien. Die Tierkategorien sind bewertet mit Bruchteilen von --> Stössen. Diese werden zusammengezählt und ergeben den Besatz der Alp in Stössen, die mit der --> Alpzeit zusammen umgerechnet werden in --> Normalstösse.
Besetzer Die Bauern, die ihr Vieh auf der Alp sömmern, indem sie selbst Rechte haben oder diese mieten.
Besitzer Die Eigentümer der Alprechte. Pflichten und Rechte von Besetzern und Besitzern sind genau definiert und recht unterschiedlich!
Bewertungssysteme Alpmulchenprämierung, Alptyxierung, Übernahmetaxation, Wettbewerbe jeglicher Art (regional, kantonal, national, international)
BG Betriebsgemeinschaft (vgl. landw. Literatur)
BI --> Bauinschrift
Brand --> Käsebrand
Büffel Felsige Erhebung im Weideland, auch Hubel, Felskopf usw.
Buvette Bergbeizli, Schenke, Erfrischungen; Bezeichnung für kleine, einfache Bergwirtschaft, vorwiegend ausser Haus.
Chemihutte oder Hutte oder Bretterkamin: die Bretterpyramide im Feuerhaus, durch die der Rauch aus der offenen Grube abziehen kann.
Chile oder Chilen = Alpenblacken, ein breitblättriges Kraut, das auf Überdüngung hinweist und alle andern Pflanzen verdrängt; eigentlich sehr nährstoffhaltig.
Deckenschiene --> Schiene
DG Dachgeschoss, so wird das OG bezeichnet, wenn de nicht mindestens ein Halbgeschoss ist, also unter lägen Dächern.
Dickete = Brusel = Fang: damit aus der Milch Käse entsteht, muss sie ausdicken, es muss eine Gallerte entstehen, man muss "zdicke lege", muss sie "fah", fangen, "zfah lege." Dafür setzt man der Kessimilch bei 32oC Lab (Chaslep) zu und lässt sie eine halbe Stunde ruhen. Dann kann man vorkäsen (vgl. dort).
EG Erdgeschoss, in Gebäuden am Hang wirkt es von unten als 1. OG, ist aber hinten ebenerdig.
Eigentümer damit ist je nachdem der Eigentümer einer Alp, von Alprechten (--> Besitzer) oder einer Alphütte (--> Hüttenbesitzer) gemeint.
Fahrweg auch Zügelweg, auf dem man mit dem Vieh fährt, auf eine Weide zieht, zügelt; oft unkommode, steile Wege, auch mit Fels und Treppenstufen; man vergleiche die eindrücklichen Bilder in der Tagespresse im Frühjahr und Herbst.
Feuergrube = Grube; ursprünglich offene, teilweise ummauerte Feuerstelle, über der man Milch und Käsebruch im Kessi erwärmt; der Rauch zieht durch die offene Küche, unter dem Dach hervor, durchs Dach oder eine Chemihutte, ein Holzkamin ab. Im Frutigland gobt es auch Feuerplatten und gemauerte Herde mit 'Aufsetzlöchern' für das Kessi. Moderner ist die Feuergrube mit Metallmantel umgeben, und der Rauch zieht durch einen Kamin ab. Es gibt auch Systeme mit eingemauerten Kessi, Schwenkfeuer, Feuerwagen oder Dampfkessel (vgl. Fachliteratur).
Feuerhaus so wird die Küche (vgl. dort) in der Alphütte bezeichnet, weil sie der einzige Raum ist, in dem Feuer gemacht wird, und weil dieses früher offen im Raum brannte.
Feuerwagen Das Feuer (vgl. Feuergrube) brennt auf einem Gitterwagen unter dem fest eingebauten Kessi; mit Kurbel wird der Wagen auf Schienen unter ein Nebenkessi gerollt, wo Heisswasser hergestellt oder Schweinetränke erwärmt wird; das wieder angefachte Feuer kann wieder unters Käsekessi gerollt werden.
Fischella oder Fischele: zylindrisches oder quaderförmiges Holzgefäss mit demontierbarem Boden und Deckel, in das mit der Zigerkelle der Ziger geschöpft wird, damit er abtropfen und erkalten kann; meist schön gestaltetes Gerät.
Fleisch Alp Alp, auf der Tiere zur Fleischproduktion gemästet werden.
Gaden einfach gestaltete Schlafräume, meist im Obergeschoss eines Bauernhauses oder einer Alphütte (noch einfacher --> 'Gasteren' oder 'Karbettlosamente'). Auch andere Nebenräume in den Alphütten werden als G. bezeichnet: --> Milchgaden; --> Käsegaden
Galtvieh galt, gust, trocken bedeutet, dass das Tier im Moment keine Milch gibt.
Gastere primitive Schlafgelegenheit unter dem Dach einer Alphütte, in der Heubühne; Unterlage: Laub- oder Heu (in Säcken).
Gebäude --> Alphütte – Sennhütte, --> Zuckerhütte, --> Schattstall, --> Käsespeicher, --> Schweinestall, --> Jungviehstall
Gebirgskantone sind Kantone, in denen es Alpen / Sömmerungsbetriebe gibt oder solche im definierten Gebiet nach Alpenkonvention.
Grube --> Feuergrube
Heueinschlag Im Alpweidegebiet ausgezäuntes, besonders für die Heuernte (z.B. befahrbar) geeignetes Landstück; im Gegensatz zur --> Wildheuplangge.
HG Hauptgeschoss, ist meist das Erdgeschoss (EG)
Hutte --> Chemihutte
Hütte --> Alphütte
Hüttenbesitzer --> Eigentümer einer Alphütte auf einer Genossenschaftsalp, insofern die Hütten privat sind.
Järb (appenzellisch "Weerb")ist der ursprünglich hölzerne anpassbare Gürtel (heute auch aus Kunststoff), der um den frischen Käse gelegt wird, um ihn unter der Presse zu formen.
Käse Alp Alp, die (u.a.) mit Milchkühen bestossen wird, und auf der aus dieser Alpmilch (u.a., aber hauptsächlich) Alpkäse hergestellt wird.
Käsebrand Zur Produktidentifikation und Missbrauchsverhinderung haben Hersteller wie Händler ihre persönliche Marke als Brandstempel in die Käserinde gedrückt (vgl. Brennen von Vieh, Pferden, Gerät).
Käsebruch Wigger/Wiggera, sind die Käsekörner, die aus der  Dickete entstehen, wenn sie beim Vorkäsen mit der Harfe in mais- bis reisgrosse Körner zerschnitten wird. Dies erlaubt den Austritt der Molke aus den Körnern, was den Käse, zusammen mit andern Vorgängen, haltbar macht.
Käseformen Järb, Form, Holländerform, Vättere usw.
Käsegaden oberirdische, meist hölzerne Lagerräume für Alpkäse, auch Bauer, Buur, Bürli genannt; in Alphütten für junge Käse, im Tal, besonders in Handelshäusern zur Ausreifung von Hobelkäse.
Käseherstellung und die einzelnen Schritte kann man in jeder bestossenen Käsealphütte kennen lernen (oder Alpwirtschaftslehrpfad Griesalp oder www.casalp.ch).
Käsepflege Käse enthält je nach Sorte 25 – 45% Wasser; Berner Alpkäse etwa 1/3 des Gesamtgewichts. Deswegen verdunstet durch die Rinde ständig Wasser; einerseits trocknet sie aus und andererseits können auf der Oberfläche Mikroorganismen wachsen. Um die Bildung von Trockenrissen zu vermeiden und das Überhandnehmen der eigentlich erwünschten Oberflächenflora im Rahmen zu halten, wird der Käse regelmässig mit Salz und Wasser abgerieben. Eine grosse Arbeit, die viel Engagement verlangt.
Käsereieinrichtung Deckenschiene, Feuergrube, Kessi, Rührwerk, Salzbad, Turner usw.
Käsereifungslager Genossenschaftliches Käsereifungslager Saanenland im Grund bei Gstaad.
Käsesalzer Person, welche die  Käsepflege durchführt.
Käseteilet Verteilung der Alpkäse am Ende der Sömmerung an die Alpansprecher auf Grund der Milchleistung ihrer gesömmerten Kühe.
Kessi Das Käsekessi besteht aus Kupferblech mit abgerundetem Rand und hängt an einem schmiedeeisernen Bügel an  Turner oder  Deckenschiene. Es gibt mehrere hundert Jahre alte Kessi, die ihren Dienst noch sehr wohl tun!
Küche oder Feuerhaus; offen – geschlossen: mit der ummantelten Feuergrube konnte man der Küche eine Decke einziehen, da der Rauch gezielt abzog (damit konnte man den Durchzug brechen und die Küchen besser temperieren). Dies wurde aber nicht überall gemacht. Man trifft in Alphütten jede Stufe von ganz offener bis ganz geschlossener Küche.
Ladstecken oder Sprenzel: der dicke Stecken, der zwischen dem Deckel, unter dem der frische Käse liegt, und dem Presslad mit dem Schwarstein eingespannt wird, um die Presskraft zu übertragen (vgl. Bilder)
läg schwach geneigt, von Dächern; Verhältnis Firsthöhe zu Frontbreite 1:4 bis 1:5; auch Gelände kann läg sein, dort entstehen dann auch --> Läger.
Läger hat mehrere Bedeutungen: Stallboden, auf dem das Vieh liegt; unterer Stafel einer Alp; Platz auf der Weide, an dem dass Vieh liegend ausruht, viel Dung hinterlässt mit entsprechender Flora.
Lische Streue als Lager für Vieh (und früher auch Menschen) geschnittene und gedörrte Vegetation von Feuchtgebieten.
LN Landwirtschaftliche Nutzfläche, wird administrativ anders behandelt als Sömmerungsgebiet, Alp.
Melkeinrichtung Die normale Melkausrüstung einer Alp im Berner Oberland besteht heute aus einer Eimermelkmaschine. Handmelkbetriebe wurden nicht mehr angetroffen. Wo eine Rohrmelkanlage installiert ist, wird dies erwähnt.
MG --> Milchgaden
Milchgaden dient zum Lagern der Abendmilch, ursprünglich in Gebsen, mit Luft- oder Wasserkühlung; evtl. Restmilch, Rahm und andern Milchprodukten und enthält Einrichtungen dazu, manchmal auch weiteres Gerät zur Milchverarbeitung.
Milchkrautweide Eine typische sehr kräuterreiche Pflanzengesellschaft auf einer bestimmten Meereshöhe, auf der weidend die Kühe viel und gute Milch geben, die besonders geeignet ist für die Alpkäseherstellung; vgl. auch unter Adelgras.
Molke Schotte, Sirte, Sirbena oder Sirbele, Chäsmilch: Flüssigkeit, die zurück bleibt, wenn der Käse aus dem Kessi herausgehoben wurde. Rohstoff für das Zigern oder die Schweinemast – oder muss entsorgt werden!
Mulchen oder Molchen oder Molken: die Gesamtheit der in einer bestimmten Periode aus der Milch einer Herde hergestellten Milchprodukte; meist ist vor allem der daraus hervorgegangene Käse gemeint.
Mutschli oder Mutsch, Mz. Mutschen: Halbhartkäse, entweder vorzeitig aus dem Alpkäsekessi entnommener Bruchoder in separatem Kessi weniger hoch erhitzt; nicht im Järb, sondern in Vättere oder Formen. Spezialfall ist das Brienzer (Alp-)Mutschli.
Mutterkuh Alp Alp, auf der hauptsächlich Mutterkühe ( und evtl. Ammenkühe, beide mit ihren Kälbern bei Fuss) gesömmert werden.
Muttnere oder Muttern, Alpen-Liebstock/Liebstöckel, Ligusticum mutellina; mit  Adelgras und  Romeye bildet sie den Hauptanteil an der Milchkrautweide.
Naschet eigentlich Nahscheed resp. Nachscheid, entsprechend dem italienischen Ricotta der „2. Raub der Milch“ = Ziger.
Normalstösse --> Stösse, Stoss
Notheu auch Schneeheu; Heuvorrat, damit die Tiere auch bei Schneebedeckung oder langen Regenperioden etwas zu fressen haben.
Nutzung, überjährige Wildheuplanggen und Heueinschläge, die nicht jedes Jahr geschnitten werden, sondern meist alle zwei Jahre.
OG Obergeschoss, das Geschoss über dem Erdgeschoss (EG), wenn es Räume mit einigermassen vernünftiger Höhe auf einer grösseren Fläche enthält, sonst --> DG.
Organisation
OSt Oberstafel, --> Stafel
Pressvorrichtung unterschiedlicher Art, aus den Einzelteilen: Hängehebel, Hebel, Ladstecken, Pneumatik, Pressel, Presslad, Presstisch, Schwarstein, Spindel, Sprenzel. Traditionell --> Schwarpresse; andere: Spindel-, Hebel-, pneumatische, hydraulische, Hasli-, Tunnel-Presse.
QS oder QM Qualitätssicherung resp. Quality Management
Raumanordnung Normalerweise besteht eine Sennhütte aus Stall oder Ställen mit Heubergeraum darüber, dahinter oder daneben (Bühne, Diele), und davor dem Wohnteil; dieser besteht, meist im Erdgeschoss, aus Küche in der Mitte (Feuerhaus), dort integriert Käsereieinrichtung sowie links und rechts davon Stube (selten mehrere) und Milchgaden. Schlafräume meist im Obergeschoss (Gadengeschoss), sehr unterschiedlicher Komfort. Daneben viele Varianten der Anordnung, dann speziell erwähnt.
Romeye oder Romeie, Alpen-Rispengras, Poa alpina; --> Milchkrautweide, --> Adelgras
Rührwerk Die Milch im Kessi und der daraus hergestellte Bruch müssen ständig bewegt werden, besonders während der Erwärmung. Dies geschah (und geschieht heute nur noch selten) von Hand mit dem Brecher, ursprünglich einem gestumpeten Tanngrotzli. Heute werden elektrisch (auf Alpen ohne Stromanschluss über Batterien) angetriebene Rührwerke (Propeller) eingesetzt. Sie sind aber meist nicht fix eingerichtet, sondern können als Ganzes aufgesetzt oder entfernt werden.
Schattstall oder Schatthaus; ein Stallgebäude ohne Wohnteil.
Schiene An der Decke oder einem Balken der Käserei oder Käseküche ist eine Schiene befestigt, an der an einer Kette hängend das Käsekessi vom Feuer weg oder über dieses hin gezogen wird; eine andere Möglichkeit ist der Turner(vgl. dort).
Schotte --> Molke
Schwardach Schindeldach, das mit Steinen (und Stangen) beschwert ist; Gegensatz: genageltes Schindeldach.
Schwarpresse aus Presstisch, Presslad, Schwarstein, Ladstecken (Pressel, Sprenzel)
Schwarstein --> Schwarpresse
Schwenkfeuer ähnlich wie Feuerwagen (vgl. dort), aber Feuer wird mit Metallarm vom Käsekessi unter das Hilfskessi geschwenkt.
Senntum Bewirtschaftungseinheit auf einer --> Alp. Eine Alp als rechtliche und organisatorische Einheit enthält ein oder mehrer Sennten als Bewirtschaftungseinheiten oder Betriebe.
Seyung eine Alp ist geseyet, d.h. sie "trägt" (sie ernährt) eine bestimmte Anzahl Tiere, einen Sommer lang; vgl. Einleitungstext [Umrechnungsfaktoren von Füssen auf Kuhrechte usw.]
Sommerzug Ougschtezug: oft wird mitten im Sommer ein unterer Stafel oder eine Vorweide, auf welchen man kein Heu macht, durch das Milchvieh von der Alp herab kommend überweidet, damit bis zum Herbst das Futter nicht zu alt (überständig) wird.
Stafel Stafel sind die Teile der --> Alp, die im Laufe der Saison zu unterschiedlichen Zeiten „weidereif“ werden. Die Stafel werden meist von allen --> Sennten gleichzeitig, im Vorsommer von unten nach oben nacheinander bestossen und im Herbst rückwärts wiederum nach unten begangen. Als Stafel werden aber gelegentlich auch die verschiedenen Gebäude oder Gebäudegruppen einer Alp bezeichnet. Man findet von kleinen einfachen Alpen mit einem einzigen einstafligen Senntum, bis zu solchen mit bis zu einem Dutzend Sennten und mit bis zu vier Stafeln alle Varianten.
Statter oder Statterbuben, Stattermeitschi oder Statterkinder sind schuzlpflichtige Kinder, die währned der schulfreien Zeit auf der Alp leichtere Arbeiten verrichten, den Sennen zur Hand gehen.
Stösse (Stoss, St), ist das Mass für eine gesömmerte Grossvieheinheit (GVE); ein Normalstoss (NSt) bedeutet, dass eine GVE während 100 Tagen gesömmert ist. Also gibt die Zahl der GVE mal die Anzahl Sömmerungstage geteilt durch 100 die Bestossung der Alp in Normalstössen.
Strebel oder in manchen Gegenden Käsevogel (nicht zu verwechseln mit dem "oiseau", dem Käsetraggerät der Freiburger): der kleine Rest Käsebruch, der in einem letzten „Fischzug“ aus dem Kessi geholt wird, und oft der Ergötzung der Jugend oder anderer Libhaber dient.
Streueland --> Lische
Sueggischnee Kriechschnee in Steilhängen, der als ganze Schicht langsam nach unten wandert und so drückt und alle Pflanzen nach unten biegt, ablegt.
Treien oder Dreien = Viehtrittwege, welche eine Steilweide treppenartig gestalten.
Turner oder Turnen Chessiture, Galgen aus Holzbalken oder Eisenträgern, an dem das Käsekessi über das Feuer oder von diesem weg geschwenkt wird.
UG Untergeschoss ist das Geschoss unter dem Erdgeschoss (EG), meist das Kellergeschoss oder der Sockel.
USt Unterstafel --> Stafel
verrandet Wände, die zum Schutz vor Wettereinflüssen mit Holz- oder Eternitschindeln oder andern Teilen beschlagen sind.
Vierschildhütte Alphütte mit Vollwalmdach, d.h. das Dach reicht auf allen vier Seiten gleich weit herab, vier Traufseiten, meist mit einer First; ohne First heisst sie Spitzhütte oder Hütte mit Pyramidendach.
Vola / Volle Trichter, Trachter (auch für den Betruf verwendet), der gefüllt mit Volleschübel (Hasechriis, Bärlapp, Lycopodium annotinum) zum Sieben der Milch diente; im Kessideckel ist für sie oft ein Loch; von manchen Älplern werden auch neuere Trichtersiebe oder Filtertricher als Volle bezeichnet.
vorkäsen Aus der Dickete werden durch Zerschneiden mit Harfe oder Schwert die Käsebruchkörner gemacht.
Vorweide auch nur Weide oder Vorsass o.ä.; meist von der Alp rechtlich unabhängige, anders organisierte Weide, im Frühling vor der Alpbestossung und im Herbst nach der Alpentladung genutzt.
Waldweide Waldweideteile werden auch als bestockte Weide bezeichnet, als Wytweide im Jura; es handelt sich um lockersten Wald, auf dessen Fläche das Vieh auch geschützt weiden kann; sie trägt zu einem erfrischenden, abwechslungsreichen Alpbild bei.
Wanderbuch-Nr., -empfehlung Wanderbücher der Berner Wanderwege (BWW); Wanderbuchempfehlung: Routenempfehlungen in den nummerierten Wanderbüchern.
Weideeinheit
Weideführung man unterscheidet räumliche Elemente, wie Zäune und Mauern verschiedenster Art sowie die Hut (das Hüten), und zeitliche Elemente, wie Treiben (mit Hüten), Umtriebsweide mit fixen Zäunen oder Portionenweide mit verstellbaren (Elektro-)zäunen; Tagweidegang in Vor- und Nachsommer und auf gefährlichen Weiden, sowie Nachtweidegang im Hochsommer (wegen der Insektenplage am Tag auf niedrigeren Alpen) und auf ungefährlichen, weidgängigen Parzellen.
Weideland
Widder einfache, robuste, mit überschüssigem Wasser direkt angetriebene Wasserpumpe ohne Fremdzufuhr von Energie.
Wildheu
Wohnbereich die Raumzählung umfasst nur das Hauptgeschoss, aber inkl. MG; Räume im OG oder DG und UG werden separat aufgeführt.
Zügelweg --> Fahrweg
Zulassungsnummer
 
Home | Impressum |
Dienstag 24.04.2018